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Fruchtsäurebehandlung

Fruchtsäurebehandlung

Fruchtsäure klingt zunächst nicht sehr nach Kosmetik, doch ein genauerer Blick offenbart, dass der saure Stoff ein echtes Anti-Aging Wundermittel ist. Abgestorbene Zellschichten der Haut werden bei der Behandlung entfernt, womit ein Hauterneuerungsprozess eingeleitet wird. Ein jugendlicheres, strahlendes Äußeres ist die gewünschte Folge. Damit dieser Prozess schonend stattfinden kann, muss man jedoch einige Dinge beachten. Wir verraten, wie eine Fruchtsäurebehandlung funktioniert, für welche Haut sie sich am besten eignet und wie ein Fruchtsäurepeeling am erfolgreichsten wirkt.

Fruchtsäurebehandlung AHA
© Goxy89 – istockphoto.com

Was versteht man unter Fruchtsäuren?

Fruchtsäuren bezeichnet man in der Fachsprache als Alpha-Hydroxysäuren, kurz AHA. Sie kommen vor allem in Obst, aber auch in anderen Pflanzen vor und weisen eine besonders kleine Molekülgröße auf – so klein, dass sie tief in die Haut eindringen. Auf diese Weise gelingt es AHA, die oberste Hautschicht zu entfernen und tote Hautzellen effektiv abzulösen. Im Gegensatz zu einem mechanischen Peeling mit Schleifpartikeln, die sich allein auf diesen Effekt beschränken und die Haut schnell reizen, haben Fruchtsäuren noch einiges mehr zu bieten.

Insbesondere Glycolsäure/Glykolsäure (Glycolic Acid) wird häufig als Grundbasis für AHAs verwendet, denn hier dringen die mini Moleküle besonders tief in die Haut ein und regen so die Kollagenbildung an, die wichtig für ein straffes, faltenfreies Äußeres der Haut ist. Fruchtsäuren binden zudem Wasser, was den Feuchtigkeitsgehalt der Haut erhöht. Zugleich werden die Wirkstoffe von Cremes und Seren besser in die Haut eingeschleust, was der Haut zusätzlich Feuchtigkeit verleiht. Gerade zur Trockenheit neigende Haut profitiert daher von den Eigenschaften der Fruchtsäure.

Gesichtshaut
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Für welche Haut eignet sich ein Fruchtsäurepeeling?

Da AHAs feuchtigkeitsspendend sind, eignet sich ein Fruchtsäurepeeling besonders gut für trockene Haut. Auch bei Sonnenschäden, fahler Gesichtshaut und Mitesser helfen Fruchtsäurepeelings. Milchsäure und Mandelsäure, die ebenfalls zu der Gruppe der AHA-Säuren gezählt werden, eignen sich vor allem für empfindliche Haut, da diese Säuren über größere Moleküle verfügen und somit nicht so tief in die Haut eindringen können. Speziell Mandelsäure eignet sich hervorragend bei Rosacea, hat eine depigmentierende Eigenschaft und verfeinert zudem das Porenbild, womit das Gesicht frischer und gleichmäßiger wirkt. Für welches Fruchtsäurepeeling man sich also entscheidet, hängt im Wesentlichen von der Beschaffenheit der eigenen Haut ab.

Die Vor- und Nachteile einer Fruchtsäurebehandlung im Überblick

Neben der Erhaltung jugendlicher, straffer Haut, kann eine Fruchtsäurebehandlung auch bei etlichen anderen Hautproblemen helfen, wie beispielsweise:

trockene Haut
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  • Akne & Aknenarben
  • Erweiterte Poren
  • Fahle & trockene Haut
  • Falten
  • Verhornungen
  • Reibeisenhaut (Keratosis Pilaris)
  • Pigmentflecken bzw. Hyperpigmentierung
  • Sonnengeschädigte Haut

Trotz der etlichen Vorteile einer Fruchtsäurebehandlung, gibt es auch mögliche Nachteile, insbesondere bei sensibler Haut. Einige Nebenwirkungen treten vor allem bei Beginn einer Fruchtsäurebehandlung auf, unter anderem:

  • Rötungen
  • Leichtes Brennen
  • Verschlimmerung der Akne
  • Lichtempfindlichkeit

In Normalfall gewöhnt sich die Haut an Fruchtsäurepeelings und anfängliche Nebenwirkungen verschwinden wieder.

Achtung: Die Lichtempfindlichkeit gehört nicht dazu! Durch die abgetragene obere Hautschicht erlischt auch ein Teil des natürlichen Sonnenschutzes. Wer eine Fruchtsäurebehandlung in Erwägung zieht, sollte daher auf das tägliche Eincremen mit einer Sonnencreme achten – das gilt auch bei schlechtem Wetter oder im Winter.

Die richtige AHA-Konzentration ist entscheidend

Bei empfindlicher Haut kann ein Fruchtsäurepeeling im Gesicht also Rötungen oder ein leichtes Brennen verursachen, aber auch eine zu hohe Dosis kann bei normaler Haut Gegenreaktionen hervorrufen. Wie so oft kommt es daher auf die richtige Menge an, oder – wie im Fall der Glycolsäure – auf die richtige Fruchtsäurekonzentration.
Mindestens 5%, maximal 15% Glycolsäure, bei einem pH-Wert von 3 bis 4 sind für eine Anwendung geeignet. Anfangs empfiehlt sich eine niedrig konzentrierte Säure, um zu testen, wie die Haut auf die Fruchtsäure reagiert. Bereits Konzentrationen von 2% haben einen feuchtigkeitserhöhenden Effekt. Als Fruchtsäurepeeling sind sie damit zwar zu schwach dosiert, aber einige positive Nebeneffekte sind nicht zu übersehen. Nach einiger Zeit bzw. Behandlungen kann die Konzentration erhöht werden, um ein besseres – und vor allem peelendes – Ergebnis zu liefern.

Glycolsäure
© deniskomarov – istockphoto.com

Wirkstoffe in Fruchtsäurepeelings

Hochwertige Produkte sind bei einem Fruchtsäurepeeling das A und O. Sie erfüllen die Konzentrationswerte optimal und beinhalten oft weitere gute Wirkstoffe, wie etwa Vitamin C, das als Antioxidant gegen freie Radikale wirkt. Letztere sind dafür verantwortlich, dass Proteine, Lipide und Zellmembranen zerstört werden. AHA Produkte sollten nach Möglichkeit jedoch keinen schlechten Alkohol (Alcohol Denat) oder unnötige Duftstoffe enthalten, da diese die Haut unnötig reizen.   

Billigen AHA-Produkten mangelt es häufig an der richtigen Konzentration oder dem passenden sauren ph-Wert, um tatsächlich Wirkung zu zeigen. Zudem riskiert man bei unachtsamer Anwendung nicht nur Hautreizungen, sondern auch Hautschäden wie Verätzungen. Das passiert vor allem bei hohen AHA-Konzentrationen, die nach einer gewissen Einwirkzeit neutralisiert werden müssen, um Hautschäden zu vermeiden. Ein Besuch in einem professionellen Kosmetikstudio ist daher gerade für Anfänger anzuraten, denn hier kommen bei der Behandlung hochwertige Säuren zum Einsatz, die zu den individuellen Hauteigenschaften passen und fachgerecht gehandhabt werden. Auch Alternativen wie Milchsäure (Lactic Acid) können nach einer Hautanalyse für die Behandlung in Erwägung gezogen werden.

Chemische Peelings
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AHA Peeling Alternativen

AHA Peelings haben eine hervorragende Wirkung, aber wie bereits erwähnt, verträgt nicht jede Haut diese Form eines chemischen Peelings. In dem Fall lohnt sich ein Blick auf PHA Peelings, den Polyhydroxy Acids. Ein PHA Peeling ist so feuchtigkeitsspendend wie AHA, aber aufgrund der größeren Moleküle milder. PHP ist aber nicht nur sehr hydrophil und somit perfekt für trockene, schuppige und lichtgeschädigte Haut, sondern auch antioxidativ und schützt die Haut so vor freien Radikalen, die für Zell- und Gewebeschäden verantwortlich sind.

BHA Peelings, bestehend aus Salicylsäure, sind vor allem für unreine Haut, Akne, Mitesser, Rosacea und generell öligere Haut geeignet. Es spricht jedoch nichts dagegen, sowohl AHA als auch BHA gleichzeitig zu verwenden, wenn direkt mehrere Hautprobleme behandelt werden sollen. Vermeiden Sie aber direkt aufeinander folgende Anwendungen, wenn Sie die Peelings zuhause verwenden und teilen Sie stattdessen in morgens und abends auf. Kombiprodukte, die beide Säuren enthalten, sind ebenfalls auf dem Markt. Lassen Sie sich am besten beraten, ob eine Kombination für Ihre Haut Sinn macht oder ob getrennte Behandlungen ratsamer wären.


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